Eröffnung Bern Murifeld mit Zukunftsforscher Dr. Joel Cachelin und Bettina Hirsig von Power Coders: The Future of Work is here!

Beim Eröffnungs-Event von FlexOffice Murifeld von 4000m² drehte sich alles um das Thema Zukunft der Arbeit: Wie hat Corona und die Ereignisse der letzten 24 Monate unseren Arbeitsplatz verändert und auf was müssen wir uns in Zukunft einstellen? Bleibt Corona und müssen wir den Arbeitsplatz langfristig und nachhaltig umstellen? Um diese Fragen zu reflektieren, gab es neben Häppli und Cüpli und spannenden Gesprächen eine Podiums-Diskussion mit Zukunfts-Forscher Dr. Joel Cachelin der Wissensfabrik Bettina Hirsig von Power.Coders und Mathis Hasler von FlexOffice.

Joel, bleibt Corona und haben wir es mit einer lang anhaltenden Veränderung zu tun, oder geht irgendwann wieder alles zum alten?

Ich hoffe natürlich, dass wir uns bald wieder einer Normalität zuwenden können. Aber wir müssen damit rechnen, dass solche Pandemien auch in der Zukunft wieder auftreten werden. In dem Sinne gehe ich davon aus, dass wir es mit einer langfristigen Veränderung zu tun haben und somit auch langfristige Lösungen erarbeiten müssen. Ich spreche von einer Pinken, Grünen und Grauen Revolution.

Dr. Joel Cachelin: “Die Pinke Revolution beschreibt die Digitale Transformation – also Teamwork zwischen Mensch und Maschine. Zum Beispiel arbeiten Bauern mit einem selbstfahrenden Roboter. Bei Knowledge-Workers wird vermehrt künstliche Intelligenz eine Rolle spielen.”

Die Grüne Revolution ist die Verbindung Mensch und Natur. Büros werden nachhaltiger gebaut, damit sie der Umwelt weniger Schaden zufügen. Infrastruktur wird geteilt über Sharing Economy Platformen wie Airbnb oder Mobility und so können wir mit Ressourcen effizienter Umgehen. Die Graue oder Silberige Revolution beschreibt die Alterung der Gesellschaft. Hier sind zum Beispiel Lösungen bei den bedrohten Sozialversicherungen gefragt oder wie wir auch ältere Generation in einen stetigen Lernprozess einbinden können.

Es gibt aber auch Beispiele, wie wir leicht wieder in ein alte Schema zurückfallen könnten: Während Corona ging die Zahl der Geschäftsreisen mit dem Flugzeug enorm zurück. Dies hatte einen positiven Einfluss auf die Umwelt und Natur. Hier wäre es sinnvoll, wenn Firmen Regeln einführen, um diese Tendenz zu halten.

 

Mathis, The future of work is here! – Was ist damit gemeint?

Mathis: Im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz hat Covid-19 hat vor allem eines: Dinge beschleunigt. So sehr beschleunigt, dass es sich anfühlt, als hätten wir die Zukunft für einen kurzen Moment eingeholt. Was wir vor zwei Jahren noch 10 Jahre in der Zukunft prognostiziert haben ist jetzt plötzlich da: Über Nacht arbeiten wir flexibel von zu Hause, im Büro und von unterwegs. Video-Calls und drei Tage pro Woche von zu Hause arbeiten sind zum Standard geworden. Konzentriertes Arbeiten tun wir vermehrt von zu Hause und das Firmen-Büro wird mehrheitlich zur Begegnungszone und Social Hub. Seitens Mitarbeiter wird von den Arbeitgebern nun also ein gewisser Aktionismus gefordert, jetzt auch schnell adäquate Arbeitsplatz-Lösungen zu erarbeiten und anzubieten. «Here» symbolisiert für uns also das zeitliche «Jetzt», aber auch den physischen Ort – also unsere FlexOffice Standorte, welche eine Antwort sind auf die Zukunft der Arbeit.

 

Was sind konkrete Beispiele neuer Arbeitsplatz-Konzepte? Wie können sich Firmen auf die neue Situation einstellen?

Generell kann man sagen, dass die Pandemie und unsere neuen Verhaltensweisen enorm viel Potential für Innovation im Bereich Büro birgt. Wir sehen eine grosse Dynamik seitens Arbeitgeber, diese Situation als Chance zu nutzen. Dabei spüren wir, dass der physische Arbeitsplatz weiterhin einen sehr wichtigen Stellenwert hat, denn Menschen wollen sich treffen und brauchen den sozialen Austausch mit anderen. Büros müssen also entsprechend so eingerichtet sein, dass Begegnungen, Meetings, Gespräche und informelle Treffen gefördert werden.

Mathis Hasler: “Wir gehen davon aus, dass der Anteil traditioneller Arbeitsplätze zurückgehen wird und Zonen für kollaborative Tätigkeiten an Wichtigkeit gewinnen wird. Ebenfalls gehen wir davon aus, dass Firmen vermehrt flexible oder anpassbare Lösungen suchen, damit sie auf Veränderungen schnell reagieren können. So sind sie weniger an fixe Infrastruktur gebunden, die sie allenfalls nicht benötigen.”

 

Bettina: Mit Power Coders bildet ihr Flüchtlinge zu IT Spezialisten aus, die dann bei renommierten Firmen wir Liip oder Schweizer Sportartikelhersteller On eine Stelle finden. Was zeigt uns eurer Modell auf, wie sich die Arbeit verändert? 

Bettina: In der Tat ist das fantastisch – manche der Geschichten sind unglaublich. Viele unserer Abgänger kommen bereits mit guten Ausbildungen in die Schweiz, müssen aber aber zuerst Grundkenntnisse unseres Systems kennen lernen – da unterstützen wir. Im Prinzip geht es uns um aber Chancengleichheit. Wer arbeiten will, die Begabung, Motivation und den Skill hat, soll arbeiten dürfen.

In Zeiten von Corona haben wir gelernt, dass physische Grenzen und Distanz mit Video-Calls und neuen Tools leicht überwunden werden können. Firmen können also auch leichter im Ausland und aus anderen Kulturen Talente rekrutieren.

Ich denke dort liegt ein enormes Potential, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die einen total anderen Hintergrund haben, aus anderen Kulturen kommen und zusammen grossartige Projekte realisieren können.

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